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Gegen den Gesinnungsstaat

Wer selber Toleranz fordert, sollte nicht intolerant sein. Die Meinungen gehen auseinander. Die gesellschaftlich Liberalen würden die Bibel am liebsten umschreiben oder einzelne Passagen weglassen. Sie begnügen sich damit, den Text umzudeuten und zu erklären, wie er in der heutigen Zeit verstanden werden müsse. Die Konservativen verstehen die Bibel als Wort Gottes und messen ihm die damit verbundene Bedeutung zu.

Die Aussagen des Alten Testamentes, oft auch als Ausdruck des zwischen Gott und dem Volk Israel geschlossenen heiligen Bundes, sind zugegebenermassen nicht immer einfach zu verstehen. Die frohe Botschaft des Neuen Testaments ist, abgesehen von der Offenbarung des Johannes, viel klarer und dennoch nicht einfacher anzunehmen. Mark Twain hat gesagt: "Was mich an der Bibel stört, sind nicht die Teile, die ich nicht verstehe, sondern diejenigen, die ich kapiere."  Zu diesen provokativen Teilen gehört wohl auch Kapitel 1 des Römerbriefes, worin Homosexualität nicht nur abgelehnt wird, sondern ebenso zum Ausdruck gebracht wird, dass sie Ausdruck der Auflehnung des Menschen gegenüber Gott ist.

Da sträuben sich nun einzelnen Lesern die Haare, weil sie sich doch längst eine Meinung zum Thema gemacht haben und eigentlich gar nicht hören wollen, was die Bibel dazu meint. Jedermann ist natürlich frei, selber darüber zu entscheiden, welche Bedeutung er der Bibel und ihren Aussagen zumessen will. Was jedoch nicht geht, ist der Versuch, Menschen, welche aus der Bibel zitieren, mit Strafanzeigen zu diffamieren. Damit würde unser liberaler Staat zu einem Gesinnungsstaat, der die freie Meinungsäusserung unzulässig einschränkt. George Orwell hat einmal gesagt: "Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen." Dass Bibelzitate provozieren können, ist unbestritten und bestätigt die Bibel z.B. im Hebräerbrief selber: "Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert ... und es ist ein Richter der Gedanken und Regungen des Herzens" (aus Hebräer 4.12).

Ich kenne Bischof Huonder nicht persönlich und würde mich wahrscheinlich auch nicht gross dafür interessieren, welche Haltung er in einzelnen Fragen vertritt, wenn einzelne Interessengruppierungen und die Medien nicht dauernd auf ihn einprügeln würden. Die Kritik, die sie an ihm üben, ist eigentlich eine Kritik an der Bibel. Den Kampf, den sie führen, ist ein Kampf gegen eine Kirche, welche sich am Wort Gottes orientiert. Die Bibel kennt keine "political correctness", weil sie nicht darauf ausgerichtet ist, Menschen davor zu bewahren, gekränkt oder verletzt zu werden, sondern Menschen ohne sprachliche Zensur ansprechen will. Dabei können Menschen ins Herz getroffen werden. Oder wie es der Schriftsteller Karl Kraus ausdrückte: "Was trifft, trifft auch zu!"

Heinz Kyburz, Männedorf, Vizepräsident EDU Kanton Zürich

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