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Beten, heute noch aktuell!?

Mein Standpunkt zum Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag (erschienen am 15. September 10 im Zürcher Oberländer)

Am nächsten Sonntag ist im Kalender der „Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag“ vermerkt. Er figuriert in manchen Kantonen neben Weihnachten, Ostern und Pfingsten unter den grossen religiösen Feiertagen. Doch noch mehr als die drei erst genannten ist seine Bedeutung bei vielen in Vergessenheit geraten. Warum ruft der Bund zum Gebet auf? Ist Beten heute noch aktuell? Was ist das überhaupt?

Reden mit Gott

„Beten ist reden mit Gott und hören“, heisst es in einem christlichen Lied. Das wohl berühmteste Gebet lehrte Jesus seine Jünger mit dem „Vaterunser“, in dem einige Facetten des Gesprächs mit Gott aufgeführt sind. In hunderten von Bibelstellen kommt zum Ausdruck, was alles Gebet enthalten kann: Dank für das Leben und alles, was wir dazu brauchen; Bewunderung für Gott, die Schöpfung und alle anderen grossen Taten Gottes; bitte um Bewahrung und Hilfe für uns und andere, um Rettung in Not und Heilung in Krankheit; Bekennen der eigenen Schuld und Bitte um Vergebung und vieles mehr.

Und in fast ebenso vielen Stellen stehen die Zusagen Gottes, dass er erhören wird, wer ihn im Glauben anruft. Die wohl bekanntesten Zusagen sind: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten!“ (Psalm 50, 15), und: „Bittet, so wird euch gegeben!“ (Matthäus 7,7) Tausende bezeugen die Zuverlässigkeit dieser Zusagen, und jemand formulierte es so: „Gebet bewegt den Arm Gottes.“

Auf Gott hören

Zum Gebet gehört auch das Hören auf Gott. Keine Beziehung kann gelingen, wenn nur der eine spricht! Gott redet auch zu uns. Schon der Knabe Samuel bat: „Rede Herr, dein Knecht hört!“ Gott spricht auf ganz vielfältige Weise zu uns: In der Stille des Gebets, durch sein Wort, durch die Schöpfung, durch gläubige Mitmenschen, durch Ereignisse, ja sogar durch Katastrophen!

Durch dieses Reden möchte er bei uns eine Reaktion herbeiführen: Sei es Umkehr zu ihm durch Einsehen und Bekennen der Schuld, Dankbarkeit, Liebe zu Gott und Mitmenschen; aber auch Gehorsam, indem er uns beauftragt zu irgendeinem von ihm geplanten „guten Werk“. „Seid nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes!“, ermuntert uns der Apostel Jakobus.

Ein wichtiger Gedenktag

Aus all dem Ausgeführten wird ersichtlich, wie wichtig und wertvoll, wie stark und buchstäblich Welt verändernd das Gebet ist. In Zeiten der Not wurde man sich dessen immer wieder bewusst: Angesichts von Hunger und Pest, Erdbeben und kriegerischen Ereignissen, sittlichem Zerfall und anderen Bedrohungen besann man sich auf Gott und seine Zusagen. Darum wurde ein „staatlich verordneter“ Bettag eingeführt. Zuerst in einzelnen Kantonen, dann in der Tagsatzung von 1480, später immer wieder, bis man ihn ab 1832 bis heute am dritten Septembersonntag begeht. Gewiss nach dem Motto: „Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist!“ (Psalm 33,12)

Natürlich kann uns heute niemand mehr das Gebet verordnen! Das widerspräche ja der Glaubens- und Religionsfreiheit. Aber empfehlen kann man es immer noch: Beginnen Sie wieder zu beten, so werden Sie erfahren, dass Gott lebt und sich für Sie ganz persönlich interessiert!

Gebet für Volk und Land – und weit darüber hinaus

In der Nationalhymne werden wir aufgefordert: „Betet, freie Schweizer, betet!“ Dieser Aufruf gilt selbstverständlich auch den Schweizerinnen und allen Einwohnern unseres Landes. Wofür soll und kann man denn heute – am eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag – beten?

Sicher zunächst Danke sagen für Ruhe und Ordnung, Wohlstand und Nahrung, Arbeit und soziale Sicherheit, die Schönheit unseres Landes und die Bewahrung vor Katastrophen wie anderenorts.

„Busse tun“, sich beugen unter die eigene, aber auch die kollektive Schuld unseres Volkes: für die mehr als 10'000 Kinder, die in der Schweiz jährlich abgetrieben werden, für den sittlichen Zerfall mit seinen Auswüchsen in Menschenhandel und Prostitution, für die Benachteiligung der Schwachen, die in einem Jahr weniger verdienen als Manager in einem Tag…

Mit „Beten“ ist beim Bettag Bitten und Fürbitte gemeint. Besonders Paulus ruft zum Gebet für die Obrigkeit auf. Dass unsere Würdenträger weise entscheiden in Verantwortung vor Gott und zum Wohl des Volkes. Auch für die Bundesratswahl vom kommenden Mittwoch wollen wir bitten, dass die Richtigen gewählt werden!

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