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Grosse Debatte über das Lehrpersonal

Dass innerhalb von nur 14 Monaten gerade fünf Vorstösse zum Lehrpersonal eingereicht wurden, zeigt, dass dieses Thema unter den Nägeln brennt. Es vergeht kaum eine Woche, da nicht wieder ein Bericht in den Medien erscheint, wo über den Lehrermangel, die Belastung von Lehrern und Schulklassen berichtet wird und Lösungsvorschläge präsentiert werden. Auch jetzt wird wieder viel gesprochen und debattiert; die EDU hofft aber, dass nun den Worten endlich auch Taten folgen!

Aufwertung der Klassenlehrerfunktion

Der sicherlich wichtigste Vorstoss in dieser Debatte fordert die Aufwertung der Funktion des Klassenlehrers. Bisher trägt die Klassenlehrperson weitaus mehr Verantwortung und hat damit erheblich mehr Arbeits- und Zeitaufwand zu leisten als Lehrpersonen mit einem Teilpensum.
Vom Wohlergehen und der Motivation des Klassenlehrers hängt in starkem Masse ab, ob Schule gelingen kann. Die Forderung, die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer mit zwei Wochenlektionen zu entlasten, entspricht etwa dem, was die EDU beim neuen Personalauftrag fordert. Nur so kann gewährleistet werden, dass Klassenlehrer nicht dauernd überfordert sind mit all dem organisatorischen und administrativen Kram, der tagtäglich neben dem eigentlichen Kerngeschäft erledigt werden muss.

Probezeit auch für Lehrpersonen (83:81)

«Eine Probezeit für Lehrpersonen von drei Monaten erscheint der EDU sinnvoll. Warum soll ein problematisches Arbeitsverhältnis à tout prix ein Jahr ausgesessen werden, statt dass es nach drei Monaten aufgelöst werden kann? Schwierigkeiten besonders in der Klassenführung ein Jahr lang brodeln zu lassen, ist unverantwortlich, insbesondere den Schülerinnen und Schülern gegenüber. Nicht zuletzt ist auch für überforderte Lehrpersonen an einer neuen Stelle eine baldige Auflösung des Arbeitsverhältnisses von Vorteil: Lieber eine Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.»

Keine zusätzliche Entlastung von Berufseinsteigerinnen (108:53)

Hingegen lehnte die EDU eine Entlastung von BerufseinsteigerInnen ab.
«Junglehrer werden genügend entlastet und unterstützt. In den allermeisten Schulhäusern werden JunglehrerInnen (noch) nicht mit den aufwändigen Ämtern und Sonderaufgaben belastet. Sie werden von erfahrenen Lehrpersonen begleitet und betreut. Die sogenannten Lernvikariate ermöglichen ein kurzes Time-out zum Auftanken, während eine andere Person ihre Stelle übernimmt.
Ausserdem unterrichten viele Junglehrer – gewollt oder ungewollt – nicht ein 100-Prozent-Pensum. Die Frage, ob und wie solche Teilzeiter entlastet werden sollten, ist in diesem Vorstoss nicht geklärt.
Statt nur ein Teilsegment des Lehrkörpers zu entlasten, wäre es viel wichtiger, die gesamte Lehrerschaft zu entlasten. Die Arbeitszeitstudien unterstreichen diese Forderung schon lange. Eine moderate Stundenreduktion für alle und insbesondere eine Eindämmung der Sitzungs- und Formularflut würde dem Arbeitsklima viel mehr nützen und wäre die beste Burn-out-Prävention.»

Missstände in der Eignungsabklärung?

«Die EDU ist ganz klar der Meinung, dass die Eignung der Studierenden sorgfältig abgeklärt werden muss. Zu oft kam es in der Vergangenheit vor, dass auch ungeeignete Personen Lehrer wurden. An der PHZH werden die gesetzlichen Bestimmungen zur Eignungsabklärung eingehalten, sechs Prozent der Studierenden werden einer erweiterten Abklärung zugeführt.
Unseres Erachtens wird das Verfahren seriös durchgeführt. Natürlich gibt es auch überall menschliche Schwächen; insofern können durchaus Fehler geschehen. Wichtig ist natürlich, dass jetzt beim Lehrermangel der Eignungsabklärung auch weiterhin genügend Beachtung geschenkt wird. Lieber ein paar Quereinsteiger weniger rekrutieren, als nicht geeignete auf die Schüler loszulassen.» (Bei einer Interpellation erfolgt keine Abstimmung. Man nimmt die Antwort der Regierung zur Kenntnis und diskutiert darüber.)
Mit den Resultaten dieser Debatte kann die EDU zufrieden sein: Gleich dreimal wurde in ihrem Sinne entschieden; einmal bildete die EDU sogar das Zünglein an der Waage. Nur bei einem Randthema, wo die EDU periodische Praktika von Bildungspolitikern in der Volksschule mitforderte, unterlag sie.



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