Direkt zum InhaltDirekt zur Navigation

Informationen zum Urnengang vom 4. März

Erläuterungen zu den Parolen der EDU Uster

Das wichtigste in Kürze, die Parolen der EDU:

Stadt Uster:

  • Wahl zum Präsident der Sekundarschulpflege: Benno Scherrer
  • Volksinitiative «Schutz des Walds»: NEIN

Kantonal:

National:


Erläuterungen:

Bezüglich der Wahl zum Präsidenten der Sekundarschulpflege, wie auch der Exekutive insgesamt, ist die EDU generell an einer bürgerlichen Politik interessiert. Dennoch fiel der Entscheid, Benno Scherrer bei dieser Wahl zu unterstützen einstimmig. Auch die konsultativ beigezogene EDU Kantonsratsfraktion sprach sich eindeutig für Benno Scherrer aus.
Benno Scherrer wurde unsererseits stets als aufrichtiger und integrer Politiker wahrgenommen. Lokal, wie auch im Kantonsrat.
So ist unsere Wahlempfehlung denn auch als direkte Unterstützung der Person Benno Scherrer und nicht als Unterstützung der grünliberalen Politik zu verstehen.

Die Initiative Schutz des Walds mag auf den ersten Blick im Einklang mit dem Anliegen, zur Bewahrung der Schöpfung dienen.
Tatsächlich schiesst sie jedoch weit über das eigentliche Ziel - nämlich den Kiesabbau zu verhindern - hinaus.
Der geplante Kiesabbau im Näniker Hardwald unterliegt einer separaten Abstimmung und kommt in jedem Fall vors Volk.
Mit Annahme der Initiative, wäre der gesamte ustermer Wald nahezu unantastbar. Dies ist um so bedenklicher, da sich 70% des Waldes im Privatbesitz finden - die käme einer faktischen Enteignung gleich.
Der Schutz bedeutet aber auch, dass damit der Wald der öffentlichen Nutzung entzogen wird. Störend wären somit auch:

  • Vitaparcours
  • Sitzbänkli
  • Feuerstellen
  • etc...

Hinzu kommt, dass der Näniker Wald - aufgrund Lothar Sturmschäden - gerade mal 20 Jährig ist. Die in Etappen gerodeten Nadelgehölze würden durch Birken oder Buchen wieder aufgeforstet, was einer Aufwertung des Waldes gleich käme.
Für Mehr informationen, sehen sich auch die gemeinsame Medienmitteilung der Ustermer Parteien (die SP hat sich dieses Medienmitteilung nicht angeschlossen, empfiehlt jedoch ebenfalls die Ablehnung).

Die Finanzordnung ist wohl das unumstrittenste Geschäft.
Dieses Geschäft wurde sowohl in Nationalrat, wie auch im Ständerat jeweils einstimmig(!) überwiesen.

Vom unbestrittenen, zu einem der wohl umstrittensten und kontrovers diskutierten Thema seit langem: der NoBillag Initiative.
Über Untergang der Schweiz, wie auch nationalen Zusammenhalt, Staatsmedien und weitere Soziologische Themen wurde bereits genug gesagt und gestritten. Ich möchte deshalb, denjenigen die des Themas noch nicht müde sind, den technischen Hintergrund etwas beleuchten.

 

Der NZZ-Chefredaktor Eric Gujer sorgte mit seinem Leitartikel «Die Schweiz braucht keine Staatsmedien» für einigen Aufruhr. Besonders folgendes Zitat wurde kontrovers Diskutiert:

«Gäbe es die SRG nicht längstens, käme heute niemand auf die Idee, sie zu erfinden. Sie ist das Kind einer Zeit, in der Hitler und Stalin die neue Radiotechnik nutzten, um ihre Propaganda zu verbreiten, und ein demokratischer Staat wie die Schweiz mit dem Konzept der geistigen Landesverteidigung antwortete.»

Damit hat er nicht Unrecht. Die SRG orientiert sich noch stark am Konzept des klassischen Rundfunks. 1931 Gegründet übernahm sie den Betrieb des Landessenders Beromünster (2009 Stillgelegt), der über Mittelwelle in weiten Teilen Europas zu empfangen war . Ab 1961 begann die SRG via UKW zu senden. Da die UKW Sender eine deutlich geringere Reichweite aufwiesen, waren mehrere über die Schweiz verteilte Sendeanlagen nötig. Dieser Umstand und damit technisch bedingt verschiedene Sendefrequenzen, bildete die Grundlage für die verschiedenen Regionalprogramme, was die Zahl von 17 SRF Radiostationen erklärt. Nach Schawinskis Piratensender von 1979, wurde 1983 ein Privatradiogesetz erlassen, so dass heute 45 Privatradios die regionale Programme bereit stellen.
Seit geraumer Zeit probiert man eine digitale Nachfolgelösung zu etablieren. Nach DAB ab ca 2010 ist seit 2015 DAB+ der Standard, der jedoch zu seinem Vorgänger nicht kompatibel ist.
Weder DAB noch DAB+ konnten sich jedoch breit durchsetzen, da sie auf Kundenseite neue Geräte voraussetzen und auf Senderseite teure Investitionen nötig machen. So erhält z.B. ERF/Life Channel einen Betrag von mehreren Hunderttausend Franken DAB-Beiträge aus der Billag Gebühr um die Kosten zu decken.
Mit der nahenden UKW Abschaltung ab 2020 (Radio zieht um…) wird sich jedoch eine neue Situation ergeben. Mit dem Wegfall des klassischen Radioempfangs werden sich die Hörer nach neuen Quellen umsehen müssen. Fraglich ist jedoch wie viele die Investition in DAB+ Geräte auf sich nehmen werden. Insbesondere im Auto, ein teures Unterfangen.
Meine Prognose hier ist, dass eher eine starke Verschiebung zu Webradios hin stattfinden wird. Diese bieten eine unzählbare Fülle an Programmen, so bietet, z.B. nur schon Radio Energy, alleine 50 Kanäle an. In Uster z.B. stehen mit Kanal8610 & Radio15 zwei privat betriebene Webradios zur Verfügung, die zudem Ortsunabhängig/Weltweit zu empfangen sind. Da viele Nutzer zunehmend Musik via Handy hören und klassische „Stereoanlagen“, vernetzten Geräten und mit dem Internet verbundenen Smart-TVs weichen, stehen somit Empfangsmöglichkeiten zur Verfügung, die keine grossen Investitionen erfordern und DAB+ so wahrscheinlich innert kürze obsolet machen.

Auch das Fernsehen steht vor einem Wandel. Auch hier entstammt das Sendekonzept dem klassischen Rundfunkzeitalter. Einige wenige starre Blöcke, z.B. Nachrichten, Tagesschau & 10vor10 werden mit „Füllmaterial“ ergänzt. So z.B. Morgen- und Nachmittagsprogramm, das kaum Beachtung findet, das Vorabendprogramm und schliesslich die PrimeTime ab 20:00Uhr. Dieses sogenannte „lineare Fernsehen“ erlaubte jedoch wenig Flexibilität und erforderte zwei oder mehr Kanäle um eine gewisse Vielfalt zu bieten. Ein erster Versuch aus dieser Linearität auszubrechen war SRFinfo, welches ermöglichte die Nachrichten auch dann zu sehen, wenn man nicht pünktlich um 19:30 eingeschaltet hat.

Aufgrund der technologischen Entwicklung ist jedoch auch dieses Konzept überholt. „on Demand“ ist hier das Schlagwort. Die amerikanischen Streaminganbieter Netflix, oder auch AmazonPrime setzten zB exklusiv auf dieses Konzept, welches dem Zuschauer im Prinzip eine Bibliothek bereit stellt, aus der der gewünschte Inhalt ausgewählt und abgerufen wird. Auch die Videotheken in der Schweiz mussten diesem Konzept nahezu restlos weichen. Doch auch was noch wie „normales Fernsehen“ aussieht, funktioniert bereits auf dieser Grundlage. Wer z.B. SwisscomTV nutzt, wählt im Programm-Menu den entsprechenden Inhalt, der dann zum Empfangsgerät gesendet wird. Wer mit UPC-Cablecom empfängt, hat zwar noch den klassischen „Broadcast“, bei der alles ans Gerät gesandt wird und sich das Gerät dann den abzuspielenden Kanal separiert, aber sobald zeitversetztes Fernsehen wie „von Anfang abspielen“ oder „Replay“ (verpasste Sendungen während sieben Tagen sehen) gewählt wird, kommt ebenfalls „on demand“ Technik zum Einsatz.

Durch dieses Bedürfnis-orientierten Abrufe der Inhalte wird jedoch das klassische Finanzierungs-Modell mit teuren Werbeplätzen, zu bestimmten Zeiten, in Frage gestellt. Die klassischen Samstagabend-Shows der 80er/90er wie WettenDass haben ihren Zenit überschritten. Das Fernsehen als Familienanlass findet kaum noch statt. Mit Ausnahme einiger wenigen speziellen Anlässen, zB Sport, oder grossen Live Veranstaltungen halten sich Zuschauer kaum noch an definierte Sendezeiten. Aber auch das "sehen was kommt" ist unpopulär geworden, gerade Jugendliche und junge Erwachsene, sind sich von Youtube & Co gewöhnt, spezifische Inhalte zu sehen.

Dies bietet jedoch auch Potential: ein SRF, welches z.B. als nationale Service Public Bibliothek aufgestellt wird, könnte sogar profitieren. So ist man z.B. für Eigenproduktionen wie „Der Bestatter“ oder „Wilder“ nicht weiter an einen Sendeplatz zu bestimmter Zeit gebunden, was die potentielle Reichweite erhöht. Auch bietet dieses Konzept die Möglichkeit, genannte Sendungen parallel mit weiteren Tonspuren zu versehen (rumantsch, italienisch, französisch, englisch) ohne darauf Rücksicht nehmen zu müssen, ob hierfür überhaupt ein Sendeplatz vorhanden ist. Der Vielfalt und dem nationalen Zusammenhalt könnte dies also gar dienlich sein.

Der Bund müsste somit gar keine Fernsehstationen (im Sinne eines Rundfunks) betreiben oder subventionieren, sondern kann der SRG einen Archivierungs-, Dokumentations- und Bildungsauftrag erteilen. Dies wäre selbst bei einer NoBillag Annahme möglich.

Silvio Foiera, Präsident EDU Uster

EDU Stadt Uster
c/o Silvio Foiera
Zeltweg 33
8610 Uster

stadt-uster@edu-zh.ch

IBAN: CH07 0688 8016 0225 6620 2