Wer bestimmt den Kurs der Zürcher Kirche?
2027 wird die Evangelisch-reformierte Kirchensynode des Kantons Zürich neu gewählt. Bereits im September 2026 beginnt die entscheidende Phase: Voraussichtlich ab dem 4. September können während 40 Tagen Wahlvorschläge eingereicht werden. Die Wahl der 120 Synodalen findet am 28. Februar 2027 statt.
Pfr. Jann Flütsch Geschäftsführer EDU Kanton Zürich
Die Bedeutung dieser Wahl wird leicht unterschätzt. Die Kirchensynode ist gewissermassen der Kantonsrat der reformierten Landeskirche. Sie erlässt verbindliche Regelungen für die Kirchgemeinden, entscheidet über das Budget und die Beiträge an die Zentralkasse, bestimmt über gesamtkirchliche Aufgaben und wählt sowie beaufsichtigt den Kirchenrat.
Dass dabei durchaus um unterschiedliche gesellschaftliche und theologische Positionen gerungen wird, zeigt die aktuelle Debatte um die Schöpfungsinitiative. Im Januar 2026 lehnte die Synode die Initiative ab, nahm jedoch einen Gegenvorschlag mit 54 zu 45 Stimmen an, gegen den das Referendum ergriffen wurde; am 27. September entscheiden nun die reformierten Stimmberechtigten, ob wirklich jede einzelne Kirchgemeinde gezwungen werden soll, den «Grünen Güggel» einzuführen.
Ein anderes aktuelles und sehr umstrittenes Thema ist die Weitergabe von Geldern an muslimische Organisationen. Hier würde sich die EDU eine Besinnung auf den Kernauftrag der Kirche wünschen, nämlich die Verkündigung des Namens Jesus Christus.
Ein genauer Blick auf die Synodalwahlen lohnt sich darum auf jeden Fall. Fragen zum kirchlichen Auftrag, zu gesellschaftlichem Engagement und zur theologischen Ausrichtung werden hier konkret entschieden. Kandidaturen sind übrigens keineswegs den kirchlichen Profis vorbehalten: Wählbar sind alle reformierten Kirchenmitglieder ab 16 Jahren, Schweizer und niedergelassene Ausländer gleichermassen.

