Besuch bei der koptischen Kirche in Grafstal
Im Februar durfte die EDU Bezirk Pfäffikon einen Einblick in die Welt der koptisch-orthodoxen Christen gewinnen.
Für die EDU Bezirk Pfäffikon, Jann Flütsch
Knapp zwanzig Interessierte besuchten die koptische Kirche in Grafstal. Der Priester empfing uns herzlich. Der aus Ägypten stammende Mönch aus dem Kloster Einsiedeln führte uns offen durch die Kirche. Das Gotteshaus konnten die Kopten der katholischen Kirche abkaufen und orthodox umgestalten. Eindrücklich ist die kunstvoll geschnitzte Ikonostase aus Ägypten.
Beeindruckt hat mich die Geschichte der Kopten. Als christliche Minderheit in Ägypten erfahren sie Unterdrückung. Auch Anschläge auf Kirchen gehören zur jüngeren Geschichte. Umso bemerkenswerter war die hoffnungsvolle Haltung unserer Gastgeber. Trotz allem spürte man keinen Groll. Die Kopten verstehen sich als Ägypter und fühlen sich mit ihren muslimischen Landsleuten verbunden.
In der Kirche fiel mir ein goldenes Ei vor der Ikonostase auf. Es symbolisiert die Auferstehung: neues Leben und Hoffnung sind stärker als Leid und Tod. Ein ermutigendes Zeichen – auch für uns.
Später kam der Gemeindeleiter zur Gruppe. Als Secondo gab er Einblicke in das Leben der Kopten in der Schweiz. Er erklärte, dass die Kopten nicht als Flüchtlinge kommen, sondern wegen ihrer beruflichen Tätigkeit von internationalen Unternehmen entsandt werden. Das erleichtert die Integration. Zugleich engagiert sich die Gemeinde für den Austausch mit der Bevölkerung und lädt zum «Kopti-Fest» ein.
Den Anlass liessen wir bei einem Nachtessen im QN-Restaurant in Effretikon ausklingen.

