Integration statt nur Stopp
Besuch der EDU Bezirk Dietikon in der Job-Werkstatt Mettmenstetten
Joyce Lopes de Azevedo EDU Bezirk Dietikon
Am 19. Mai 2026 besuchten wir die Job-Werkstatt in Mettmenstetten – ein Arbeitsintegrationszentrum für Menschen mit Fluchthintergrund. Was wir hörten, stimmte nachdenklich. Vielen war nicht bewusst, vor welchen Hürden Geflüchtete beim Berufseinstieg stehen. Die Job-Werkstatt begleitet sie durch Bewerbungen, erklärt Regeln des Arbeitsmarkts und baut Brücken zu Arbeitgebern – sie ersetzt damit ein Netzwerk, das oft fehlt.
Zwei Beispiele zeigten, worum es geht: Eine ukrainische Ärztin fand selbst als Pflegerin keine Anstellung. Ein afghanischer Busfahrer wurde trotz Fahrermangel nicht zum Gespräch eingeladen, weil er alle Prüfungen neu ablegen muss. Ein Unternehmer bot Unterstützung an – ein Beispiel zivilgesellschaftlichen Engagements.
Auch schwierige Themen wurden angesprochen. Mitarbeitende der Job-Werkstatt und eine Fachperson berichteten differenziert: Viele afghanische Jugendliche seien anständig und arbeitswillig; im Gruppenzwang könne Verhalten entgleisen. Kein Schönreden, kein Pauschalisieren.
Auf die Frage, ob der Staat überfordert sei, gab es eine klare Antwort: Die Schweiz funktioniert durch Stiftungen und Vereine. Die Job-Werkstatt zeigt, dass dieser Weg trägt, wo staatliche Strukturen an Grenzen stossen.
Den Abend liessen wir im Steakhouse Bahnhof ausklingen – bei gutem Essen und Gesprächen. Mit Blick auf die Nachhaltigkeitsinitiative, zu der die EDU Kanton Zürich die Ja-Parole gefasst hat, bleibt gelungene Integration zentral. Pragmatismus und Menschlichkeit schliessen sich nicht aus.
Danke an die Job-Werkstatt Mettmenstetten für den offenen Einblick.

