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Parolen zu den kommunalen Abstimmungsvorlagen vom 30. November 2025

Abstimmungsempfehlung der EDU Wetzikon

JA

Beteiligung an der Erhöhung des Aktienkapitals zur Sanierung der GZO AG Spital Wetzikon im Umfang von 12,765 Mio. Franken

Im Rundbrief vom Juli 2025 hat die EDU Wetzikon die nachfolgenden Pro- und Kontra-Argumente zur Kreditvergabe GZO Wetzikon zusammengetragen:

Pro

  • Das Spital stärkt die Attraktivität von Wetzikon als Wohnort
  • Sicherung einer nahen medizinischen Gesundheitsversorgung
  • Arbeitsplatzverlust von ca. 900 Mitarbeitenden des Spitals und negative Folgen für lokales Gewerbe bei einem Nein
  • Bei einem Konkursverfahren würden die Gebäude einige Zeit leer stehen und die weitere Nutzung wäre unklar
  • Bei dem momentanen Wachstum der Bevölkerung wird das GZO auch in Zukunft noch gebraucht
  • Standort bzw. Grösse des Einzug Gebietes (es wurden bereits etliche Spitäler im Zürcher Oberland geschlossen (Rüti, Wald, Bauma)
  • Notspital unter bestehendem Spital für Krisenfälle
  • Emotionale Aspekte – „unser“ Spital

Kontra

  • Wirtschaftlichkeit: Für die Kreditvergabe müsste Wetzikon neue Schulden aufnehmen, welche zu jährlichen Zinskosten von ca. Fr. 200`000.– führen. Dies kann sich Wetzikon in der momentan finanziellen Lage nicht leisten.
  • Bleibt voraussichtlich nicht bei einmaligen Ausgaben, da die Spitalrendite im aktuellen Umfeld zu tief ist
  • Businessplan ist zu optimistisch (Wachstum und Rendite)
  • Die Spitalfinanzierung ist Aufgabe des Kantons, nicht der Gemeinden
  • Die Finanzierung des Neubaus ist unsicher
  • Zusätzliches Kapital wird für die spätere Sanierung des alten Spitalgebäudes benötigt
  • Gemäss der Gesundheitsdirektion ist das GZO nicht system-relevant

Damals verzichtete der Vorstand der EDU Wetzikon vorerst auf die Abgabe einer Wahlempfehlung. Inzwischen hat der Vorstand das Thema erneut aufgegriffen und eingehend diskutiert. Wir sind uns bewusst, dass dieser Kredit nicht nur finanzielle, sondern auch stark emotionale Aspekte berührt.

Schliesslich sind wir zu folgenden Überlegungen und Fazit gekommen:

Der Kredit über 12,76 Millionen Franken zur Sanierung des GZO hat in den vergangenen Monaten sowohl die RPK als auch das Wetziker Parlament intensiv beschäftigt. Am 30. Juni 2025 hat das Parlament der Vorlage mit 26 zu 6 Stimmen bei einer Enthaltung zugestimmt. Damit liegt die Entscheidung nun bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern der Stadt Wetzikon, die am 30. November 2025 an der Urne über die Kapitalerhöhung für das GZO abstimmen werden.

Uns ist bewusst, dass knapp 13 Millionen Franken für Wetzikon in der aktuellen Lage kein «Pappenstiel» sind und diese Investition zu einer zusätzlichen Verschuldung führt. Ob dieser Betrag das Überleben des Spitals tatsächlich sichert und ob er ausreicht, bleibt offen – es kann nur gehofft werden. Ein JA zur Vorlage bedeutet daher keine Garantie für die Zukunft des GZO-Spitals. Vielmehr braucht es weiterhin Herzblut, Leidenschaft und täglichen Einsatz – Werte, die die neue Führung sowie die rund 900 Mitarbeitenden bereits heute eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Eine Schliessung des GZO hätte weitreichende Konsequenzen für das Zürcher Oberland und darüber hinaus. So müssten jährlich rund 21’000 Notfälle auf umliegende Spitäler verteilt werden, was voraussichtlich zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führen würde. Neben den direkt betroffenen Arbeitsplätzen unterhält das Spital auch rund 160 Lieferverträge mit regionalen KMU – auch hier hängen Existenzen an der Fortführung des Betriebs. Die Weiterverwendung der bestehenden Gebäudestrukturen wäre eine zusätzliche Herausforderung, die sich nicht einfach lösen liesse. Zudem ist das unter dem GZO angesiedelte Notspital im Krisenfall auf die personellen Ressourcen des Akutspitals angewiesen – bei einer Schliessung wären diese nicht mehr verfügbar.

Trotz der Unsicherheiten im Gesundheitswesen sehen wir eine Zukunft für unser GZO-Spital und empfehlen den Stimmberechtigten, am 30. November ein JA in die Urne zu legen.

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Zeitschrift „Standpunkt“

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