Together for Life! Warum Lebensschutz alle angeht
Der diesjährige «Marsch fürs Läbe» steht unter dem Motto «Together for Life!».
Beatrice Gall, Präsidentin Marsch fürs Läbe und Geschäftsführerin Zukunft CH
Dieses Motto bringt auf den Punkt, worum es in der Debatte um Schwangerschaft und Lebensschutz eigentlich gehen sollte: Verantwortung wird gemeinsam getragen. Eine ungeplante Schwangerschaft betrifft nicht nur eine Frau, sondern immer auch einen Vater, ein Kind und oft das gesamte familiäre Umfeld. Trotzdem werden Männer in der öffentlichen Diskussion meist auf die Rolle des Zuschauers reduziert.
Genau hier setzt der Marsch 2026 einen wichtigen Akzent.
Wer über Schwangerschaftskonflikte spricht, sollte nicht nur über Entscheidungsfreiheit reden, sondern auch über Unterstützung. Viele Frauen berichten, dass sie sich in einer schwierigen Situation alleingelassen fühlen. Nicht selten fehlt der Rückhalt des Partners, der Familie oder des sozialen Umfelds. Gleichzeitig gibt es Männer, die sich ein Ja zu ihrem Kind gewünscht hätten oder unter einer Abtreibung leiden, ohne dass ihre Erfahrungen überhaupt wahrgenommen werden. Verantwortung darf nicht mit dem «Hinweis» enden, die Entscheidung liege bei der Frau. Eine Gesellschaft, die Familien stärken will, muss Mutter und Vater ernst nehmen und ihnen konkrete Hilfe bieten.
«Together for Life!» ist deshalb ein Aufruf zur Solidarität. Wer sich für das ungeborene Leben einsetzt, setzt sich gleichzeitig für Frauen ein, die in einer Krise echte Alternativen brauchen, für Männer, die Verantwortung übernehmen möchten, und für Kinder, deren Leben von Anfang an Würde besitzt. Lebensschutz bedeutet nicht, Menschen mit schwierigen Entscheidungen allein zu lassen, sondern ihnen beizustehen.
Marsch erneut in Oerlikon
Dass der «Marsch fürs Läbe», unterstützt von zahlreichen Trägerorganisationen wie der EDU, zum sechsten Mal in Folge nicht in der Zürcher Innenstadt stattfinden darf, wirft zudem grundsätzliche Fragen auf. Das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit lebt davon, dass unterschiedliche Überzeugungen im öffentlichen Raum sichtbar werden dürfen. Eine Demonstration verliert einen wesentlichen Teil ihrer Wirkung, wenn sie an den Stadtrand verlegt wird. In einem demokratischen Rechtsstaat sollte nicht die Drohung mit Störungen darüber entscheiden, welche Anliegen im Zentrum einer Stadt gehört werden dürfen. Wer friedlich demonstriert, nimmt ein verfassungsmässiges Recht wahr. Aufgabe des Staates ist es, dieses Recht zu schützen.
Gerade beim Thema Lebensschutz braucht es die öffentliche Diskussion. Es geht um grundlegende Fragen nach dem Wert jedes menschlichen Lebens, nach Verantwortung und nach dem Umgang mit Menschen in Not. «Together for Life!» erinnert daran, dass niemand eine schwierige Schwangerschaft allein bewältigen sollte. Frauen, Männer und Kinder gehören zusammen. Eine Kultur des Lebens beginnt dort, wo wir einander unterstützen, Verantwortung teilen und jedem Menschen – auch dem ungeborenen – den Wert und die Würde zusprechen, die ihm von Anfang an zukommen.
Samstag, 19. September 2026
Marktplatz Zürich-Oerlikon, 15.00 Uhr


